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Die bezaubernde Halbinsel Westerplatte in Danzig hat das unruehmliche Schicksal, der offizielle Ort fuer den Beginn des 2. Weltkrieges zu sein. Es ist eine kleine, bewaldete Insel, die von Danzig durch den Hafenkanal getrennt wird. Westerplatte wurde als militaerischer Aussenposten zwischen den Weltkriegen gegruendet. Ausgestattet mit einer 75 mm Ueberlandkanone und zwei 37 mm Antipanzerkanonen (ein wenig merkwuerdig fuer die Kuestenverteidigung), vier Minenwerfern und mehreren mittelgrossen Maschinengewehren, fehlt eigentlich eine richtige Befestigung dieses Aussenpostens. Im Herbst 1939 waren hier 182 Soldaten stationiert, die einer eventuellen Attacke fuer etwa 12 Studenden standhalten koennen sollten.
Im Herbst 1939, unter dem durchschaubaren Vorwand eines Freundschaftsbesuches, ging das deutsche Schlachtschiff Schleswig-Holstein im Kanal vor der Westerplatte vor Anker. Am 1. September, genau um 4:45 Uhr Ortszeit, begann sie das Bombardement mit ihren ueberlegenen 280 und 150 mm Kanonen. Das war der Anfang der deutshcen Invasion Polens und das Pulverfass, das sich zum 2. Weltkrieg ausweitete, war entzuendet. 
Trotz der Erwartung eines einfachen Sieges, wurde der deutsche Angriff erbittert von den kleinen polnischen Kanonen und Maschingewehren zurueckgeschlagen und verursachte unerwartete Verluste waehrend der zwei wiederholten Angriffe auf die Westerplatte am selben Tag. Die einzige polnische 75 mm Kanone wurde zerstoert nachdem sie 28 Geschosse in die deutsche Stellung ueber den Kanal gefeuert hatte. Trotz der Invasion der Fusssoldaten der Marine und dem fortwaehrenden Bombardement durch schwere Artillerie und Luftangriffe, vergingen sieben Tage, bevor die zusammengeschrumpfte Einheit, schwer geplagt von Erschoepfung, Verletzung und Mangel an Essen, Wasser, Munition und medizinischen Vorraeten, aufgab. Die Kapitualtion erfolgte also am 7. September.
Waehrend dieser Schlacht kaempften etwa 2600 deutsche Soldaten gegen die 205 Mann starke Garnison der beherzten Polen. Die genaue Anzahl der deutschen Gefallenen wurde niemals bekannt, aber es wird vermutet, dass sie sehr hoch war im Gegensatz zu den polnischen Gefallenen. Von 205 heldenhaft kaempfenden Polen fanden nur 14 den Tod, davon ein Funker, der spaeter getoetet wurde, weil er sich weigerte die polnischen Funkkods preiszugeben. Es wurden allerdings 53 polnische Soldaten verwundet.
Heute erinnern die Ruinen der Barracken und zwei Blockhaeuser, es handelt sich um die einzigen Gebaeude auf der Insel, an die Ereignisse. Eines der Blockhaeuser wurde in ein Museum umgewandelt zum Gedenken an die Schlacht und die polnischen Soldaten. Den Eingang bilden ironischerweise zwei Geschosse der Schleswig-Holstein. Ein Ruhe ausstrahlendes, 25 m hohes Steindenkmal ragt in der Landschaft auf, es erinnert an den Kampf, bevor Danzig zerstoert wurde und ein weltweiter Krieg begann, der unsaegliches Leiden, besonders in Polen, verursachte. Auch, wenn es etwas ausserhalb der Stadt ist, lohnt sich der Ausflug fuer jeden Danzigbesucher. Wie so oft in Polen verbirgt sich grauenvolle Geschichte in wunderschoener Natur. | | | |